Social Media für die Bewerbung nutzen
Die Bewerbung per Smartphone spielt bei den meisten Arbeitgebern noch keine große Rolle. Zum Netzwerken eignen sich einige Social-Media-Apps allerdings hervorragend (Foto: Antonioguillem/Fotolia).

Social Media für die Bewerbung nutzen

Xing, LinkedIn, Twitter und Co. können zur Jobsuche viel beitragen. Hier können wir nach Stellen suchen, uns präsentieren und vernetzen – oder sogar anwerben lassen.

Text: Sabrina Jaehn

In nur zwei Minuten registrieren, Profil anlegen und sich von seinem zukünftigen Arbeitgeber ganz einfach finden lassen – verlockend, womit Karrierenetzwerke im Internet werben. Schluss mit zeitraubenden Recherchen und aufwändiger Überzeugungsarbeit: Nun bin ich es, die Anfragen von Firmen erhält. Kann das wirklich funktionieren? Gehen Arbeitgeber überhaupt aktiv auf die Suche nach Fachkräften?

Ein Blick auf die Statistik zeigt: Gut jede zehnte Stelle wird tatsächlich bereits über die gezielte Suche und Ansprache potentieller Kandidatinnen und Kandidaten seitens der Arbeitgeber besetzt. Das ergab die von den Universitäten Bamberg und Erlangen-Nürnberg durchgeführte Studie „Recruiting Trends 2018", für die im Auftrag der Jobbörse Monster 1.000 der größten deutschen Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen zum Thema Personalgewinnung befragt wurden.

Nur wenige Arbeitgeber rekrutieren online

Allerdings rangiert die Neueinstellung über das sogenannte Active Sourcing in Karrierenetzwerken nur auf Platz fünf – gerade einmal 1,4 Prozent der Stellen wird den Erhebungen zufolge bislang auf diesem Weg vergeben. Karriere-Events und der Talent-Pool der Unternehmen erscheinen hier mit leichtem Vorsprung am Erfolg versprechendsten.

Doch die Studie verdeutlicht auch, dass die Digitalisierung im Personalwesen fortschreitet – und das mit zunehmender Akzeptanz. War es vor sieben Jahren noch die Hälfte der Unternehmen, bewerten heute bereits drei Viertel den Einsatz von Social Media zur Personalgewinnung positiv. Von Relevanz für die Suche nach Kandidat/innen und Informationen über Bewerber/innen seien die Social-Media-Kanäle Xing, LinkedIn und Facebook. Für die Veröffentlichung von Stellenanzeigen und Imagewerbung als Maßnahmen des Recruitings kommen den Erhebungen zufolge Twitter, WhatsApp, Instagram und Snapchat hinzu.

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Arbeitgeber, die die sozialen Netzwerke bereits zur Personalgewinnung nutzen, setzen dabei im deutschsprachigen Raum laut den „Recruiting Trends 2018" mit deutlichem Abstand auf das Karrierenetzwerk Xing. Ihr Fundus ist groß: Erst im April dieses Jahres meldete das Portal einen Rekord von insgesamt über 14 Millionen Mitgliedern in Deutschland, Österreich und in der Schweiz – Tendenz steigend.

Auf Rang zwei folgt LinkedIn mit circa 11 Millionen Nutzerinnen und Nutzern in der gleichen Region. Dieses Netzwerk ist jedoch auf internationalem Terrain Spitzenreiter. Denn es zählt insgesamt über 500 Millionen Mitglieder in 200 Ländern. Doch ob Xing oder LinkedIn: Wer vor der Entscheidung steht, sich ein Online-Profil zuzulegen oder bereits in einem oder beiden Karrierenetzwerken vertreten ist, kann mit ein paar Tricks die Nutzung für sich optimieren:

Unverzichtbar: Datencheck

Bevor man sich entschließt, ein Online-Profil anzulegen, sollte man sich bewusst machen, dass potentiell jeder und jede den eigenen Werdegang mitverfolgen kann und zahlreiche persönliche Daten im Spiel sind. Durch einen Blick in die Datenschutzrichtlinien erhält man vorab Informationen zum Umgang des Netzwerks mit personenbezogenen Daten.

Über die Kategorie „Einstellungen" lässt sich zudem festlegen, wer welche Informationen einsehen kann und über Änderungen des Profils auf dem Laufenden gehalten wird. Es empfiehlt sich, das gleich zu Beginn zu überprüfen, denn die Grundeinstellungen gewähren möglicherweise mehr Leuten einen Einblick, als man das selbst möchte.

Beim Festlegen der Einstellungen gilt es dann, die Privatsphäre gegen den Nutzen abzuwägen. So ist es natürlich kaum sinnvoll, den Portfoliobereich mit hinterlegten Arbeitsproben für niemanden sichtbar zu machen. Möglicherweise reicht es jedoch aus, diesen nur Recruiterinnen und Recruitern zugänglich zu machen und nicht der gesamten Community. Bei der Frage, wer über welche Aktivitäten informiert wird, sollte man vor allem überlegen, wer zu den eigenen Kontakten zählt. Befindet sich darunter beispielsweise der eigene Arbeitgeber und erhält er die Benachrichtigung, dass man sich auf Stellensuche befindet, könnte das zu Problemen führen.

Natürlich sollte man sich auch generell vorab überlegen, welche Infos man in Karrierenetzwerken preisgibt. Klar ist aber auch: Ohne Daten zu veröffentlichen geht es nicht. Schließlich möchte man mit seinen Qualifikationen auch gefunden werden.

Ohne Foto geht es nicht

Ob nun 14 oder 11 Millionen Mitglieder – es tummeln sich viele Leute in Karrierenetzwerken. Nicht jedem geht es um eine neue Stelle, und mit Sicherheit gibt es in der Verteilung der Branchen Unterschiede. Doch letztlich will jede Nutzerin und jeder Nutzer eins: sich so gut wie möglich präsentieren. Viele Karrierewebseiten raten daher zu einem professionellen Foto und vollständigen Angaben im Profil. Dass man in einem Karrierenetzwerk mit einem Portrait des eigenen Goldfischs nicht weit kommt (in den Nutzungsregeln von Xing sind Tiere und Fantasiewesen sogar verboten) und man mit Lücken im beruflichen Werdegang nicht gerade glänzt, ist jedem klar, der schon einmal einen Lebenslauf erstellt hat. Wichtiger ist daher, einen Blick auf die spezifischen Anforderungen und Möglichkeiten der Online-Plattformen zu werfen.

Dazu gehört zunächst das Ausfüllen der Profilmasken. Eigentlich ganz einfach: Ausbildung, Praktika, berufliche Stationen, gegebenenfalls noch Zusatzqualifikationen eingeben – schon steht die Basis. Doch zum einen verleiten die vorgegeben Kategorien schnell zu möglichst korrekten, jedoch wenig innovativen Beschreibungen und zum anderen können sie einen je nach Lebenssituation auch vor Rätsel stellen: Wer ist denn mein letzter Arbeitgeber, wenn ich frisch von der Uni komme? Welche aktuelle Position gebe ich an, wenn ich arbeitssuchend bin oder mich beruflich umorientieren möchte?

Die Antwort ist in jedem Fall, sich gut zu verkaufen und deutlich zu machen, wo man hin will. Denn ganz gleich, in welcher Situation man sich befindet, niemand fällt mit einem zwar akkuraten, aber Nullachtfünfzehn-Profil in der Masse der Netzwerkmitglieder auf. Der Weiterbildungsanbieter LVQ rät daher auf seinem Karriereblog: „Lösen Sie sich zunächst von den Begriffen ‚Stellenbezeichnung' und ‚Unternehmen'." Schließlich muss man sich von den Kategoriebezeichnungen der vorgefertigten Masken nicht die Gestaltung des eigenen Profils diktieren lassen.

Zwei Beispiele:

Ein Absolvent der Kommunikationswissenschaften möchte in Zukunft als Hörfunkmoderator arbeiten. Dafür hat er bereits Erfahrungen gesammelt und absolviert zurzeit ein Stimmtraining. Statt bei der aktuellen Position Kommunikationswissenschaftler M.A. zu vermerken und damit den Fokus auf seine wissenschaftliche Expertise zu legen, könnte die Stellenbezeichnung lauten: „Kommunikationsexperte mit Hörfunkerfahrungen". Im Unternehmensfeld könnte der Einsteiger schreiben: „Stimmtraining zur Moderationsvorbereitung".

Eine Städteplanerin musste ihren Job aufgeben, um ihre erkrankte Mutter zu pflegen. Währenddessen hat sie sich durch einen E-Learning-Kurs Software-Kenntnisse zur Visualisierung von Windparks angeeignet und möchte nun wieder ins Berufsleben einsteigen. Ihre aktuelle Position könnte lauten: „Erfahrene Städteplanerin mit Softwarekenntnissen zur Windparkplanung“. In die Kategorie Unternehmen könnte sie eintragen: „Auf der Suche nach verantwortungsvoller Position, um die Energiewende voranzutreiben“.

Auch einzelne Stationen im Lebenslauf lassen sich aussagekräftig beschreiben. So verweist Christina Wunder, Gründerin des Online-Magazins Chapter One Mag auf ihrem Blog darauf, dass beispielsweise die Bezeichnung „Praktikant" allein zwar formal korrekt ist, jedoch die zusätzliche Angabe der jeweiligen Abteilung die Stelle konkretisiert. Zudem empfiehlt sie, in den Beschreibungsfeldern zu den beruflichen Stationen einzelne Tätigkeiten aufzulisten.

Keywords als Schlüssel zum Erfolg

Solche detaillierten Beschreibungen machen das eigene Profil nicht nur interessanter und den beruflichen Werdegang samt Kompetenzen anschaulicher, sondern sie bieten auch Gelegenheiten, Schlüsselwörter unterzubringen. Um tatsächlich von Recruiterinnen und Recruitern gefunden zu werden, sind die sogenannten Keywords unabdingbar. Denn genau danach suchen die Arbeitgeber.

Um keine der eigenen Qualifikationen zu vergessen und um sicherzugehen, einschlägige Schlüsselwörter zu verwenden, kann ein Abgleich mit Stellenanzeigen helfen. Also einfach mal im Infodienst blättern und beispielsweise nach branchenspezifischen Softwarekenntnissen wie Typo3 oder Archicad Ausschau halten oder nach Zusatzqualifikationen wie Erfahrung im Projektmanagement und erwünschten Soft Skills.

Auch die Verwendung von Synonymen oder ähnlichen Berufsbezeichnungen kann sich lohnen. Denn wer die vielfältigen Schlagworte auf Xing in seiner „Visitenkarte", unter „Ich biete", „Ich suche", in den Tätigkeitsbeschreibungen bei den „Berufserfahrungen" oder im „Portfolio" platziert, erhöht die Wahrscheinlichkeit, gefunden zu werden. Ebenso funktioniert das natürlich bei LinkedIn mit den Angaben im Profilkopf, im Bereich „Kenntnisse" oder in der „Zusammenfassung".

Unbedingt am Ball bleiben

Das Profil ist erstellt, jetzt heißt es, Füße hochlegen und einfach geduldig warten... Fehlanzeige! Jetzt geht's erst richtig los. Zwar versprechen Tools wie ProJobs auf Xing die eigene Sichtbarkeit für Personalverantwortliche automatisch zu erhöhen – allerdings nur gegen Bezahlung. Und mit einem seltsamen Beigeschmack, wenn Arbeitgebern verstärkt Kandidatinnen und Kandidaten angezeigt werden, weil sie dafür zahlen, und nicht ausschließlich aufgrund der besten Fähigkeiten. Sich ins Gespräch zu bringen, kann aber auch ohne erkaufte Aufmerksamkeit gelingen. Dafür braucht es jedoch persönlichen Einsatz.

Für den Anfang bedeutet das, das jeweilige Karrierenetzwerk nach Freunden und Freundinnen, Bekannten oder ehemaligen Kommilitonen und Kommilitoninnen abzusuchen. Hierfür gibt man bei Xing oder LinkedIn einfach in die Suchleiste am oberen Bildschirmrand den jeweiligen Namen ein und schon erscheint das Profil, wenn der- oder diejenige Mitglied des Netzwerks ist. Tragen mehrere den gleichen Namen, helfen das Profilfoto und die angezeigten Daten zur Person, den oder die Richtige zu ermitteln.

Die Kontaktliste füllen

Bei der Suche ist es nicht nur spannend zu sehen, wohin es die einzelnen verschlagen hat. Es kann auch nicht schaden, sich hier und dort ins Gespräch zu bringen. Da man sich kennt, dürfte die Kontaktaufnahme über den Button „Vernetzen" (LinkedIn) oder „Als Kontakt hinzufügen" (Xing) kein Problem sein.

Ist die Kontaktliste mit einigen Personen gefüllt, kann wiederum ein Blick auf die Kontakte der eigenen Kontakte helfen, das eigene Netzwerk zu erweitern. Insbesondere Personen aus dem eigenen Fachbereich verfügen möglicherweise über hilfreiche Verbindungen in der eigenen (Wunsch-)Branche. Vielleicht können sie auch mit Zusatzinfos zu einzelnen Personen dienen oder direkt einen Kontakt herstellen.

Ob mit Unterstützung oder auf eigene Faust, eins sollte bei der Kontaktaufnahme niemals fehlen: eine persönliche Nachricht. Das bestätigt auch Dr. Anne Suphan von der Universität Hohenheim. Die Soziologin untersucht das Netzwerken in sozialen Medien und hält „ein gewisses kommunikatives Geschick" für unabdingbar, wenn man sich gut vernetzen möchte. Dazu gehört auch, nicht nur die automatisch generierte Kontaktanfrage zu nutzen, sondern ebenso das dazugehörige Nachrichtenfeld auszufüllen. Um nicht Gefahr zu laufen, einfach ignoriert zu werden, ist es wichtig, den Bezugspunkt klar zu machen, erklärt Suphan: „Woher kenne ich die Person? Was möchte ich von diesem Kontakt?

Nicht zu empfehlen: "Haben Sie eine Stelle frei?"

Das heißt jedoch nicht, mit der Tür ins Haus zu fallen und gegebenenfalls direkt nach einem Job zu fragen. Wesentlich unaufdringlicher und geschickter kann es beispielsweise sein, Interesse an dem Tätigkeitsbereich der jeweiligen Person zu bekunden.

Einen Aufhänger für Nachrichten können auch Beiträge in Gruppen bieten – zum Beispiel, wenn hier jemand ein interessantes Projekt beschreibt. Darauf kann man in einer Kontaktanfrage Bezug nehmen. Ob ortsspezifische Gruppen wie das „Karriereforum Thüringen" oder das „Netzwerk für professionelle Fotografie in NRW" oder reine Themengruppen zu Bereichen wie Kunst und Kultur oder Verlagswesen und Medien – auf Xing und LinkedIn lassen sich für fast jede/n passende Gruppen finden. Dafür gibt man einfach entsprechende Schlagworte in die Suchleiste ein. Ist die Suche erfolgreich, kann man in offene Gruppen direkt eintreten. Bei geschlossenen muss man zuvor sein Interesse erläutern und wird anschließend gegebenenfalls vom Gruppenmanager oder der Moderatorin freigeschaltet.

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Einmal drin, sollte man die Chance nicht vergeben, sich kurz vorzustellen. Anschließend kann man Beiträge von anderen Mitgliedern kommentieren oder eigene Postings erstellen – Gelegenheiten, um auf sich aufmerksam zu machen und mit Fachwissen in den jeweiligen Bereichen zu überzeugen. Wer das Geschehen in den Gruppen verfolgt, erfährt darüber hinaus möglicherweise von spannenden Veranstaltungen oder Stellenausschreibungen, die die Mitglieder insbesondere in Karrieregruppen verbreiten.

ResearchGate – Facebook für die Wissenschaft

Doch nicht nur in den beiden großen Karrierenetzwerken lassen sich hilfreiche Kontakte knüpfen und die eigene Fachkenntnisse verdeutlichen. Hierfür gibt es auch branchenspezifische Netzwerke. So bietet seit 2008 beispielsweise das Forschernetzwerk ResearchGate Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aller Disziplinen die Möglichkeiten, sich zu vernetzen und über Forschungsfragen auszutauschen, Fachartikel zu veröffentlichen und über eine Stellenbörse auf Jobsuche im Wissenschaftsbereich zu gehen. Mit circa 13 Millionen Mitgliedern ist das „Facebook für Wissenschaftler" weltweit das größte Forschernetzwerk. Ebenfalls zu diesem Bereich zählen die Plattformen Academia und Mendeley.

Darüber hinaus lassen sich aber auch Facebook und Twitter im Bewerbungsprozess nutzen. Zwar suchen Arbeitgeber laut den „Recruiting Trends 2018" kaum aktiv über diese Kanäle nach Kandidatinnen und Kandidaten, jedoch werden beide sozialen Netzwerke jeweils von vier Prozent der befragten Unternehmen für die Veröffentlichung von Stellenanzeigen genutzt. Hinzu kommt die Schaltung von Imagewerbung.

Immerhin: Die Befragung von über 2.800 Kandidatinnen und Kandidaten im Zuge der Datenerhebung für die „Recruiting Trends 2018" ergab, dass rund zwölf Prozent Facebook häufig für die Suche nach Stellenangeboten nutzen und 20 Prozent für die Recherche nach Informationen über Jobs und Unternehmen.

Per Tweet zum Netzwerk

Twitter bildet hier laut Studie zwar das Schlusslicht, doch die Expertin Anne Suphan sieht in diesem Netzwerk dennoch Möglichkeiten für die Jobsuche. Sie ist überzeugt, dass Twitter in Deutschland zumindest für einige Disziplinen sehr relevant für die Vernetzung und Darstellung der eigenen Expertise sein kann. Twitter sei ein Medium für hochqualifizierte Fachkräfte.

Vor allem für Journalistinnen und Journalisten sieht sie hier einen erheblichen Mehrwert. Aber zum Beispiel auch Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft nutzen Twitter zur Verbreitung ihrer Forschungsarbeit, weiß die Soziologin. So lassen sich ähnlich wie in Gruppen auf Xing und LinkedIn oder in branchenspezifischen Netzwerken die eigenen Kenntnisse, Erfahrungen, Interessen sowie Engagement in unterschiedlichen Bereichen durch entsprechende Nachrichten, sogenannte Tweets, oder die Verbreitung anderer Beiträge über Retweets verdeutlichen.

Setze ich mich beispielsweise für Straßenkinder in Deutschland ein und bringe Erfahrungen als Streetworker mit, kann ich mich mit entsprechenden Organisationen auf Twitter vernetzen. Ich habe auch die Möglichkeit, mich an Diskussionen zu beteiligen oder Projekte durch das Retweeten ihrer online präsentierten Veranstaltungen zu unterstützen. Statt die eigenen Interessen und Fähigkeiten nur zu benennen, wird auf diese Weise das persönliche Profil anschaulich sichtbar.

Soziale Medien: auch eine Arbeitsprobe

Darüber hinaus kann man Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit oder Social-Media-Kenntnisse an gut gepflegten Profilen veranschaulichen. Wie aktiv jemand auf Twitter ist und wie gut der- oder diejenige netzwerkt, lässt sich durch die angegebene Gesamtzahl der eigenen und kommentierten Beiträge ablesen. Ein weiterer Indikator ist die Anzahl von Profilen, denen man selbst „folgt" und von denen man „verfolgt" wird, den sogenannten „Followern".

In jedem Fall ist es in keinem sozialen Netzwerk mit einem schnellen Anlegen des Profils getan. Wer tatsächlich beruflich davon profitieren möchte, muss Zeit investieren, um das eigene Profil aktuell zu halten und sich aktiv mit anderen Mitgliedern der Community zu vernetzen. Auch wenn sie persönliche Kontakte nicht ersetzen, bieten Online-Profile Vorteile: Sie ermöglichen eine höhere Reichweite, und die Kontaktaufnahme ist vergleichsweise einfach. Auch lassen sich berufliche Stationen und Kompetenzen gut veranschaulichen und so mit Leben füllen.

Zwar steckt das Active Sourcing über soziale Medien noch in den Kinderschuhen, doch dass es gelingen kann, auf diese Weise die Aufmerksamkeit von Arbeitgebern auf sich zu ziehen, zeigt zum Beispiel Christina Wunder. Für sie völlig unerwartet, landete eines Tages eine Nachricht von einem ihrer Kontakte bei LinkedIn in ihrem Posteingang: „Wir suchen jemanden wie dich. Wenn du Interesse hast, schick mir doch mal eben deinen Lebenslauf."

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