Abseits des Mainstreams: Jobs mit Archäologie
Ein Abschluss in Archäologie ermöglicht Absolventinnen und Absolventen vielfältige Karrieremöglichkeiten. Die sind jedoch eher versteckt und müssen abseits der Uni aufgespürt werden.

Abseits des Mainstreams: Jobs mit Archäologie

Wissenschaftliche Funde analysieren – oder doch lieber beraten und Interviews führen? Dass ein Archäologie-Studium viele Möglichkeiten bietet, zeigen diese fünf Praxisbeispiele.

Text: Annika Voßen

Dr. Jana Fries erinnert sich noch, mit welchem Gedanken sie ins Archäologie-Studium gestartet ist: „Ich dachte: ‚Oh, oh, das wird schwierig, einen Job zu bekommen!‘ – weil man das von ungefähr 100 Leuten so gehört hat.“ Inzwischen ist die promovierte Archäologin Referatsleiterin im Landesamt für Denkmalpflege im niedersächsischen Oldenburg.

Es stimmt, dass viele Archäologie-Absolventinnen und -Absolventen nicht in der Forschung arbeiten können, also an Hochschulen oder bei den wenigen außeruniversitären Forschungsinstituten wie etwa dem Deutschen Archäologischen Institut (DAI) in Berlin oder dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) in Mainz – einfach, weil es nicht genug Stellen gibt.

Jobsuche in der Nische

„Der Arbeitsmarktanteil für Archäologen ist sehr klein: In der Berufsgattung ‚Expertentätigkeiten in Berufen in der Archäologie‘ fanden sich 2017 lediglich 1.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie etwa 340 Arbeitslose. Stellen gab es 2017 in niedriger zweistelliger Höhe“, erklärt Claudia Suttner, die sich bei der Bundesagentur für Arbeit mit Statistik und Arbeitsmarktberichterstattung beschäftigt, auf Anfrage.

Die Entwicklung des Marktes für Archäologie sei in den vergangenen Jahren im Zuge der allgemein guten Arbeitsmarktlage positiv, berichtet die Arbeitsmarktexpertin, schränkt aber gleich ein: „Die Statistik liefert hier allerdings keine wirklich gut verwertbaren Zahlen, da Absolventen geisteswissenschaftlicher Studiengänge sehr häufig fachlich nicht entsprechende Tätigkeiten ausüben.“

So manche/r Archäologie-Absolvent/in will auch gar nicht wissenschaftlich arbeiten, sondern orientiert sich nach dem Studium in eine andere berufliche Richtung. Archäologinnen und Archäologen findet man zum Beispiel bei Grabungsfirmen, in der Bodendenkmalpflege, im Wissenschaftsjournalismus, im Wissenschaftsmanagement und in der Geschäftsführung eines Vereins. Fünf Porträts.

Der Grabungsleiter

Er solle bloß etwas Gescheites lernen, riet ihm damals sein Geschichtslehrer. Friedrich Loré beherzigte den Rat. Er begann, in Saarbrücken BWL zu studieren – und wechselte doch bald zu Vor- und Frühgeschichte, Vorderasiatischer Archäologie und Geologie. „Das habe ich bis heute nicht bereut“, erklärt der 59-Jährige, für den Beruf viel mit Berufung zu tun hat.

Er ist Geschäftsführer seiner eigenen Grabungsfirma Adilo im oberpfälzischen Parsberg, die etwa 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat. „Das Grabungswesen hat sich etabliert, da ist es nicht unlogisch, sich selbstständig zu machen. Wenn viel gebaut wird, wird auch viel archäologische Substanz zerstört“, erklärt der Archäologe und ergänzt: „Hier in Bayern gibt es inzwischen rund 50 Firmen.“

Friedrich Loré hat schon als Student viel gegraben, war nach dem Magisterabschluss selbst als Grabungsleiter angestellt, oft mit Zeitverträgen. Inzwischen ist er derjenige, der die Jobs vergibt.

„Das ist ein Kampf um die besten Köpfe. Bei uns werden aber nicht nur Erfahrene gesucht, wir stellen auch Berufsanfänger ein und coachen sie, denn selbst promovierte Studenten haben oft zu wenig Grabungserfahrung und meist keine Ahnung von der Grabungsleitung – als Unternehmen müssen wir anders agieren als in der Wissenschaft. Wir müssen aufs Geld schauen, schnell auf den Punkt kommen, Leistung bringen“, erläutert der Firmenchef. Mit dem glamourösen, romantisierten Bild von Indiana Jones und Co. haben die Ausgrabungen meist wenig gemein.

Software-Kenntisse und soziale Kompetenzen

Für ihn ist auch der persönliche Eindruck im Vorstellungsgespräch entscheidend. „Wir haben Mitarbeiter aus vielen Nationen, mit unterschiedlichen Glaubensvorstellungen – da muss jemand auch menschlich gut ins Team passen. Diskriminierung dulden wir nicht.“

Sollten Bewerber/innen auch Software-Kenntnisse mitbringen, sich also mit Computer Aided Design-Programmen (wie AutoCAD) und Geographischen Informationssystemen (GIS) auskennen? „Software-Skills sind inzwischen eine wichtige Voraussetzung, jede Grabung erfolgt mit technischem Einsatz. CAD ist bei uns Standard, GIS wird kommen“, so der Unternehmer.

Zu Friedrich Lorés Arbeitsalltag gehört es, mit Bauherren zu verhandeln, zu einer Lösung zu kommen, die von beiden Seiten – von Investor/innen und dem Denkmalamt – akzeptiert wird. Zu finden ist er aber meistens auf einer seiner Baustellen, sehr zum Leidwesen seiner Assistenz. „Ich bin nun mal Archäologe mit Herz und Seele. Gerade bei großen Projekten unterstütze ich die Projektleiter als Mentor.“

Er brennt für die Archäologie und ist überzeugt, dass man Neugier und Freude an den menschlichen Aktivitäten der letzten Jahrtausende braucht, um erfolgreich graben zu können. „Wir tragen große Verantwortung, denn wir zerstören bei jeder Grabung Geschichte. Daher müssen wir alles sehr sorgfältig dokumentieren. Anschließend ist nichts mehr vom Fundort übrig, stattdessen steht dann da eine Tiefgarage.“

Die Referatsleiterin

Auch Jana Fries war während ihrer Promotion und im Anschluss einige Jahre als Grabungsleiterin bei verschiedenen Rettungsgrabungen im Einsatz. „Mir wurde klar, dass ich da was bewegen kann“, erklärt die Bezirksarchäologin aus Oldenburg. „Bei solchen Grabungen fehlt es immer an Zeit und an Leuten. Und je nachdem, wie wir als Team arbeiten, wie wir das Problem angehen, können wir Wissen über die Vergangenheit erhalten – oder es verlieren.“

Das ist ihre Motivation geblieben, auch wenn sie nicht mehr Hand an die Kelle, sondern ans Telefon legt. „Ich grabe jetzt zwar nicht mehr selbst, sondern sorge dafür, dass gegraben wird. Aber ich weiß: Wir machen dadurch einen Unterschied, wie wir als Referat arbeiten. Das finde ich noch immer befriedigender als das wissenschaftliche Arbeiten selbst, das auch zu meinem Job gehört.“

Sie mag ihre Arbeit beim „Gemischtwarenladen Denkmalpflege“: „Es gibt unglaublich viel Abwechslung in meinem Beruf. Ich kümmere mich um das Management, die PR, die Beschaffung, die Verwaltung. Ich fahre zu den Baustellen, muss vor Ort von unserem Anliegen überzeugen. Bei jeder Grabung kann außerdem etwas Überraschendes passieren“, fasst die 48-Jährige ihren Arbeitsalltag zusammen.

Ihre Aufgaben sind mal kleinteilig, mal komplex. „Ich beantworte 30 Mails am Tag oder ich schreibe an einem wissenschaftlichen Fachaufsatz. Ich habe generell mit den unterschiedlichsten Leuten zu tun – vom Bauarbeiter bis zur Bürgermeisterin, von der Schulklasse bis zum Naturwissenschaftler.“

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Um sich während des Studiums der Vor- und Frühgeschichte beruflich zu orientieren, absolvierte Jana Fries auch ein Praktikum bei einem kleinen Fachverlag und eins in der Redaktion des Landesmuseums Bonn. „Museum war aber nie so meins, da hat sich für mich nie ein Zugang ergeben“, erklärt sie rückblickend. Sie nahm außerdem immer wieder an Ausgrabungen teil, um etwas über ihr Fachgebiet zu lernen und gleichzeitig Geld fürs Semester zu verdienen. Dabei wurde ihr klar, dass sie in der Bodendenkmalpflege tätig sein wollte.

Für die Arbeit in der Behörde entschied sie sich, weil sie nach fünf Jahren Grabungsleitung bei verschiedenen Denkmalämtern – inzwischen übernehmen fast immer Fachfirmen wie die von Friedrich Loré die Grabungen und nicht mehr die Denkmalämter selbst – einen Schritt weiter, eine Ebene höher kommen wollte.

„Ich habe mich also auf verschiedene Archäologie-Stellen beworben. Eine feste Stelle bei einem Bundesland, davon träumt man natürlich. Für meine jetzige Position brachte ich dann die entscheidende Grabungserfahrung im Bereich Denkmalpflege mit. Durch meine Promotion hatte ich überhaupt erst eine realistische Chance – 80 Bewerbungen gab es auf die Stelle in Oldenburg.“

Die Wissenschaftsjournalistin

Karin Schlott ist Redakteurin beim Publikumsmagazin „bild der wissenschaft“. Sie recherchiert sowohl für das Printheft als auch für den Onlineauftritt interessante Themen aus den Gebieten Archäologie, Psychologie, Kultur und Gesellschaft. Die Artikel dazu schreibt sie entweder selbst oder sie beauftragt externe Autoren.

„Ich bin noch relativ nah dran an meinem Studium. Ich brauche das Wissen, um Methoden und Themen einschätzen zu können. Das journalistische Schreiben unterscheidet sich natürlich vom wissenschaftlichen Schreiben. Aber die Inhalte sind ähnlich“, erklärt die 41-Jährige, die in Klassischer Archäologie promoviert hat. Die Besonderheiten des Journalismus hat sie sich als Quereinsteigerin autodidaktisch angeeignet, üblicher wäre der Weg über ein Volontariat.

Sie arbeitet eng mit dem Layout und der Bildredaktion zusammen, betreut auch die Webseite, vor allem redaktionell und zum Teil technisch. Die Betreuung von Volontariaten und Praktika im Online-Bereich gehört ebenfalls zu ihren Aufgaben.

Lange wollte Karin Schlott Forscherin werden, sammelte auch in der Lehre viel Berufserfahrung, vor allem während ihres zweijährigen Aufenthalts an zwei kanadischen Unis. Aber nach der Doktorarbeit kam sie an den Punkt, wo sie die Forschungsfelder der Klassischen Archäologie nicht mehr reizten. Sie wollte mehr Abwechslung, breiter aufgestellt sein, sich nicht mehr nur im kleinen Zirkel austauschen.

Neue Karrierewege durch Nebenjobs und Praktika

„Der Zufall half mir, wie so oft“, erinnert sie sich: Sie bewarb sich erfolgreich auf eine Redakteursstelle beim Archäologie- und Geschichtsmagazin „epoc“; die Anzeige hatte ihr ein Institutskollege gezeigt. Als das Magazin zwei Jahre später eingestellt wurde, wechselte sie zu ihrem jetzigen Arbeitgeber.

Einen ersten Eindruck von der Verlagsarbeit hatte sie bereits im Studium bei einem Nebenjob erhalten. „Ich habe bei einem Verlag gearbeitet, der Fachpublikationen herausgegeben hat. Da habe ich ein bisschen redigiert, gesetzt, mit der Druckerei gesprochen, mich um den Vertrieb gekümmert, also die groben Abläufe kennengelernt.“

Außerdem verdiente sie als Museumsführerin Geld. „Ich mochte den Austausch mit den Besuchern. Und auch da muss man die Themen ‚runterbrechen‘, sich über seine Zielgruppe klar werden – ähnlich wie im Journalismus.“ Allerdings störte sie an der Museumsarbeit der nicht aufzulösende „Bruch zwischen Fundort und Präsentation“ sowie die Abhängigkeit von der öffentlichen Hand.

Rückblickend würde sie sich heute vielleicht für ein Nebenfach wie Molekularbiologie oder Archäometrie entscheiden, um naturwissenschaftliche Methoden wie die DNA-Analyse oder die C14-Datierung von der Pike auf gelernt zu haben. Diese Methoden helfen, archäologische Fragestellungen zu Echtheit, Material, Herkunft, Ernährung oder Alter zu klären.

Die Karriereberaterin

Dr. Anke Bohne leitet seit 2012 das Career Center der Universität Bonn. Ihr gefällt die Arbeit sehr: Die promovierte Archäologin konzipiert Veranstaltungen für Studierende, Absolventinnen und Absolventen zum Thema Berufsorientierung und berät sie in Einzelgesprächen. Sie kümmert sich um die Öffentlichkeitsarbeit und wirbt bei verschiedenen Veranstaltungen der Universität für das Angebot des Career Center. Außerdem ist sie Ansprechpartnerin für Arbeitgeber.

Dass sie nicht im Elfenbeinturm der Wissenschaft arbeiten wollte, war ihr schon vor Studienbeginn klar; in welche Richtung es stattdessen gehen sollte, konnte sie allerdings nicht sagen. Eine Schulklassenführung im Römisch-Germanischen Museum Köln, an der sie während ihres zweiten Semesters teilnahm, war für sie dann das Aha-Erlebnis. Mit einer künftigen Museumstätigkeit als Ziel vor Augen hatte sie wieder Freude an ihrem Studium – an dessen Sinn sie kurz zuvor noch gezweifelt hatte. Aus eigener Erfahrung weiß sie daher, wie wichtig eine frühe Berufsorientierung für den weiteren Studienverlauf ist.

In andere Berufsfelder schnuppern

Sie begann, sonntags Gruppen durch die Räume des Akademischen Kunstmuseums der Universität Bonn zu führen, engagierte sich bei den Tastführungen für Blinde und Sehbehinderte und organisierte Führungen für Familien und Schulklassen. Sie arbeitete während ihres Studiums und ihrer Promotion an mehreren Ausstellungen in Köln, Xanten, Bonn und Berlin mit und konzipierte für das Akademische Kunstmuseum mit Kommiliton/innen im Olympia-Jahr 2004 eine Ausstellung zum antiken Sport – eine prägende Erfahrung.

Ihr im Rückblick vielleicht wichtigstes Praktikum absolvierte sie nach Abschluss ihrer Promotion im Dezernat „Wissenschaftsmarketing und Öffentlichkeitsarbeit“ der Universität Bonn. Sie erhielt einen Blick hinter die Kulissen der Universitätsverwaltung und vor allem Einblick in die Organisation von Veranstaltungsformaten wie der Kinderuni oder der Wissenschaftsnacht.

Es folgte ein wissenschaftliches Volontariat im Bereich Ausstellungsorganisation an den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim, allerdings entschied sie sich anschließend aus verschiedenen Gründen für den Wechsel zurück in die Universitätsverwaltung: Sie fing als Marketingreferentin an der Geisteswissenschaftlichen Sektion der Universität Konstanz an.

Dort initiierte und organisierte sie Veranstaltungen wie den Konstanzer „GeistesSlam“, den Tag der Geisteswissenschaft und verschiedene Lehrerfortbildungen. Als die Stelle auslief, bewarb sie sich erfolgreich auf ihre jetzige Position im Wissenschaftsmanagement und blieb damit der Universitätsverwaltung einerseits und der Organisation von Veranstaltungen andererseits treu.

Die Geschäftsführerin

Nadine Chmura hat mit Leidenschaft Klassische Archäologie studiert und darin auch promoviert. Aber auch sie merkte schon zu Beginn ihres Studiums, dass ihr das reine wissenschaftliche Arbeiten auf Dauer nicht gefiel, sondern dass ihre Stärken im Organisieren und Managen liegen.

Einen konkreten Plan hatte sie damals noch nicht, deshalb versuchte sie, möglichst viele unterschiedliche Berufsbereiche kennenzulernen: Sie organisierte Ausstellungen für das Institutsmuseum, arbeitete im „Haus der Geschichte“ in Bonn als studentische Hilfskraft und später als wissenschaftliche Mitarbeiterin, aber auch in einer Redaktion und in einer Kommunikationsfirma, um Erfahrungen zu sammeln und Geld für das Studium zu verdienen. Nadine Chmura weiß, dass es diese Tätigkeiten neben der wissenschaftlichen Ausbildung waren, die ihr geholfen haben, interessante Stellen angeboten zu bekommen.

 

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Inzwischen leitet die 41-Jährige als Geschäftsführerin den Alumniverein der Studienstiftung des deutschen Volkes in Bonn mit ca. 5.000 Mitgliedern. „Die Kernelemente – die finanzielle Strukturierung, das Managen der Kontakte und das Aufrechterhalten der Begeisterung der Alumni – sind schon herausfordernd, aber auch sehr spannend“, sagt Nadine Chmura, die diese Stelle erst vor ein paar Monaten angetreten hat. Sie kümmert sich um alle vereinsrechtlichen Fragen, wie die Organisation der Vorstandssitzung, die Betreuung der Regionalgruppen, die Veranstaltungsorganisation und die Mitgliederbetreuung.

Künftig wird sie auch viel zu den rund 60 Regionalgruppen reisen und für deren Vertreter/innen einmal im Jahr die Delegierten- und Jahresversammlungen organisieren. Zugute kommen ihr ihre langjährigen Erfahrungen im Wissenschaftsmanagement und ihre Tätigkeit bei der Deutschen Kafka-Gesellschaft, die sie gegründet und die ersten acht Jahre ehrenamtlich als Präsidentin geleitet hat. Ihre Herzensangelegenheit ist zudem noch immer die Nachwuchsförderung. Viele Jahre lang hat sie verschiedene Graduiertenzentren mit aufgebaut und geleitet, an den Hochschulen in Marburg, Bayreuth und Bonn.

Auch während ihrer Zeit als Leiterin der Stabstelle für Presse und Marketing an der Hochschule am Niederrhein – sie wollte mit Anfang 30 noch einmal eine andere Tätigkeit kennenlernen – blieb ihr Steckenpferd die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Sie baute eine eigene Informations-Webseite auf und entwickelte nach und nach Angebote für Graduiertenzentren verschiedener Universitäten. Bei ihrer aktuellen Stelle war ihr wichtig, dass sie diese Coaching-Tätigkeit nebenberuflich weiter ausüben kann.

Praxis, Netzwerke und Glück

Beim Deutschen Archäologen-Verband (DArV) heißt es, dass mehr als 40 Prozent der Archäologen nicht in einer fachadäquaten Beschäftigung unterkommen – Tendenz steigend. Ein Archäologiestudium sei trotzdem zu empfehlen, „sofern man Lust hat, während des Studiums seinen Interessen nachzugehen, und offen dafür ist, danach etwas ganz anderes zu machen.“ 90 Prozent der Absolvent/innen archäologischer Fächer sind laut DArV nämlich vollauf zufrieden mit ihrem Abschluss, auch dann, wenn sie nicht in der Archäologie arbeiteten.

Arbeitsmarktexpertin Claudia Suttner rät, sich bei der Suche nach Beschäftigungsmöglichkeiten nicht auf ein Tätigkeitsfeld zu begrenzen. Außerdem solle man sich nicht nur aufs Studium fokussieren: „Praxiserfahrung, ein gutes Netzwerk und ein bisschen Glück sind neben einem guten Abschluss wichtig, um einen Arbeitsplatz in einem dem Studium entsprechenden Tätigkeitsfeld zu erhalten.“

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