Arbeiten in Forschungseinrichtungen
Projektmanagement spielt an Forschungsinstituten eine große Rolle. Die Forscherinnen und Forscher arbeiten oft in mehreren Projekten parallel.

Arbeiten in Forschungseinrichtungen

Forschungseinrichtungen werden anders als Hochschulen meist vom Bund finanziert. Die Ausstattung sei womöglich besser, sagt Markus Weißkopf – dafür fehle das Studentenflair.

Interview: Janna Degener

Wissenschaft im Dialog“ ist eine Gemeinschaftsinitiative der großen deutschen Wissenschaftsorganisationen, die den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft fördert. Markus Weißkopf (Foto: Christof Rieken/ Wissenschaft im Dialog) leitet die Geschäftsstelle mit rund 35 Mitarbeiter/innen. Vorher studierte der heutige Geschäftsführer Politik und Management in Konstanz und Madrid. Nach einiger Zeit als Organisationsberater baute er als Projektleiter und Geschäftsführer von 2007 bis 2011 das „Haus der Wissenschaft“ in Braunschweig auf.

WILA Arbeitsmarkt: Was verstehen Sie unter außeruniversitären Forschungseinrichtungen?
Markus Weißkopf: Die meisten denken dabei zuerst an die großen Einrichtungen der vier großen Gesellschaften: Helmholtz, Leibniz, Max Planck und Fraunhofer. Aber es gibt noch weitere Institutionen, die prinzipiell in Betracht kommen – unter anderem die wissenschaftlichen Akademien, die Forschung zusammentragen und beraten.

"Die Zielrichtung der Forschungseinrichtungen ist deutlich klarer gefasst."

Was ist der Unterschied zu Universitäten?
Wie die Bezeichnung schon nahelegt, liegt der Fokus in außeruniversitären Forschungseinrichtungen auf der Forschung und nicht auf der Lehre. Die Zielrichtung ist dort auch deutlich klarer gefasst als an den Universitäten, die zwar Fachbereiche und Fakultäten mit einer inhaltlichen Ausrichtung haben, aber sehr frei sind in dem, was sie erforschen. Das liegt auch daran, dass die Universitäten über die Länder finanziert sind, während die außeruniversitären Forschungseinrichtungen ihre Gelder zum größeren Teil über den Bund beziehen.

"Eine wissenschaftliche Karriere und die Promotion ist meistens Voraussetzung, wenn man hier arbeiten möchte."

In welchen Bereichen bieten außeruniversitäre Forschungsinstitute Einsatzmöglichkeiten für grüne Fachkräfte?
Einstiegsmöglichkeiten gibt es in allen Themenfeldern, die an den Instituten vertreten sind. Für Umweltwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ist zum Beispiel das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig interessant. Für Biologinnen und Biologen gibt es sowohl im Bereich Meeresforschung bei Helmholtz als auch im Bereich Biodiversitätsforschung bei Leibniz viele Möglichkeiten.

 

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In den Bereichen Stadtplanung und Geografie bieten zum Beispiel die Institute für Regionalentwicklung bei Leibniz gute Anknüpfungspunkte, aber auch das Georg-Eckert-Institut, das Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung. Wer hier arbeiten möchte, bringt in der Regel eine wissenschaftliche Karriere und meist auch eine Promotion mit. Denn außeruniversitäre Forschungsinstitute sind eigentlich keine Ausbildungsinstitutionen – auch wenn inzwischen durchaus Doktoranden und Doktorandinnen dort tätig sind.

"Eine verbreitete Meinung ist, dass Forschungseinrichtungen eine bessere Ausstattung haben."

Was zeichnet die Arbeit aus?
Die Forschung ist sicherlich wesentlich stärker an eine Fragestellung geknüpft als an Universitäten, wo man bei der Wahl des Themas meist freier ist.  Eine verbreitete Meinung ist zudem, dass außeruniversitäre Forschungseinrichtungen besser ausgestattet sind. Und wahrscheinlich herrscht dort auch eine andere Atmosphäre als auf einem Hochschul-Campus, wo es auch Studierende gibt. Als Forscher oder Forscherin habe ich hier keine oder kaum Lehre. Und ich vermute auch, dass Gremienarbeit an Universitäten deutlich mehr Raum einnimmt als an außer­universitären Forschungseinrichtungen.

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