Open-Access: Forschungsergebnisse für alle
Wissen frei zugänglich zu machen, ist der Anspruch, der sich hinter dem Begriff Open-Access verbirgt.

Open-Access: Forschungsergebnisse für alle

Freier Zugang zu wissenschaftlicher Literatur: Das steckt hinter dem Begriff „Open Access“. Hier erhalten Sie Antworten auf typische Fragen zu dieser wissenschaftlichen Publikationsform.

Text: Anja Schreiber

Was ist das Besondere an einer Open-Access-Publikation?
Anders als klassische Veröffentlichungen sind Open-Access-Publikationen in digitaler Form frei zugänglich – und zwar weltweit und dauerhaft. Es gibt also keine rechtlichen, technischen oder finanziellen Hürden, um an das in dieser Publikation niedergelegte Wissen zu gelangen. Nutzer*innen haben so die legale Chance, Dokumente kostenfrei zu lesen, herunterzuladen, zu speichern oder auszudrucken. Freie Lizenzen können darüber hinaus noch weitere Nutzungsrechte einräumen, wie etwa die freie Nach- und Weiternutzung oder die Vervielfältigung.

Wer kann seine Forschungsergebnisse als Open-Access-Publikation veröffentlichen?
Grundsätzlich können alle Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ihre Forschungsergebnisse in dieser Form publizieren. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine Doktor­arbeit, aber auch um Fachartikel handeln.

Ist eine solche Publikation kostenlos?
Für die Nutzer*innen ist Open Access kostenfrei. Aber bei der Publikation selbst entstehen Kosten, zum Beispiel für den Produktionsprozess. Deshalb können für die Veröffentlichung Gebühren anfallen, die man in der Regel an die publizierende Institution oder an den publizierenden Verlag zahlt.

Wie lässt sich eine Open-Access-Veröffentlichung finanzieren?
Es existieren unterschiedliche Möglichkeiten der Finanzierung oder Teilfinanzierung. So gibt es einen DFG-geförderten Publikationsfonds für Zeitschriftenartikel und einen Publikationsfonds für Monografien und Sammelbände. Außerdem ist eine Förderung über Drittmittel möglich. 

Eine weitere Option kann die kostenfreie Veröffentlichung über einen Publikationsserver der eigenen Universität sein. Bei der Frage, welche Finanzierungsvarianten für den Einzelnen infrage kommen, ist die eigene Universität sinnvolle Ansprechpartnerin.

Auf welchen Wegen ist eine Open-Access-Veröffentlichung möglich?
Eine Open Access-Publikation lässt sich auf zwei Wegen realisieren: Beim sogenannten „goldenen Weg“ gibt es keine vorgeschaltete Printveröffentlichung. Das Werk wird also zuerst Open Access veröffentlicht. Beim sogenannten „grünen Weg“ wird die Publikation zunächst traditionell veröffentlicht. Erst anschließend erfolgt eine Open Access-Publikation.

Was gilt es beim „grünen Weg“ hinsichtlich des Verlagsvertrages zu beachten?
Gemäß § 38 Abs. 4 Urheberrechtsgesetz ist unter bestimmten Voraussetzungen eine wissenschaftliche Zweitveröffentlichung möglich. Damit bietet sich Wissenschaftler*innen die Chance, ihre Forschungsergebnisse spätestens zwölf Monate nach der Erstveröffentlichung Open Access zu veröffentlichen. Diese Publikation ist unabhängig von dem, was im Verlagsvertrag steht, möglich.

Wo können Wissenschaftler*innen Open Access publizieren?
Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann seine Werke in Open-Access-Zeitschriften oder in Repositorien veröffentlichen. Unter Open-Access-Zeitschriften versteht man Zeitschriften, deren Inhalte kostenlos und barrierefrei zugänglich sind. Repositorien sind Dokumentenserver der Universitäten oder Forschungseinrichtungen. Die Publikationen werden dort online gestellt. Voraussetzung dafür ist häufig die Zugehörigkeit zur Universität.

Wie findet man Open-Access-Publikationen?
Man findet sie durch eine einfache Suchmaschinenrecherche. Die Werke sind häufig sogar leichter auffindbar als klassische Publikationen. Außerdem werden viele Artikel von dem jeweiligen Repositorium oder der jeweiligen Zeitschrift indexiert. 

Weitere Informationen 

Darüber hinaus gibt es hilfreiche Websites. Ein umfangreiches Verzeichnis von Open-Access-Zeitschriften ist das „Directory of Open Access Journals“ (DOAJ). Es umfasst aktuell 15.844 Zeitschriften in 80 Sprachen. Eine Möglichkeit Bücher zu finden, bietet das „Directory of Open Access Books“ (DOAB).

Ist eine Publikation in einem akademischen Sozialen Netzwerk Open Access?
Nein, denn diese Netzwerke sind meist nicht öffentlich zugänglich, sondern nur nach einer Registrierung nutzbar. Das entspricht nicht den Kriterien von Open Access.

Was sollten Wissenschaftler*innen über das Thema „Urheberrecht“ wissen?
Die Werke von Wissenschaftler*innen sind gemäß § 2 Urheberrechtsgesetz (UrhG) geschützt. Damit stehen ihnen alle Nutzungsrechte an ihren Werken zu. In der Regel ist es so, dass bei der klassischen Veröffentlichung Autor*innen die ausschließlichen Nutzungsrechte einem Verlag übertragen. Bei einer Open-Access-Publikation ist das anders: Die Autor*innen behalten die ausschließlichen Nutzungsrechte, den Nutzer*innen räumen sie über eine Lizenz lediglich Nutzungsrechte ein.

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